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Communitas Shén-Dao

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Worum es mir geht

Weniges berührt mich so wie die Welt der Meere und die der Berge. Sie symbolisieren für mich die beiden Pole, zwischen denen sich die Welt ereignet, so wie Geburt und Tod die Pole beschreiben, zwischen denen sich unser irdisches Leben bewegt. Sie stehen für mich für das Absolute, das Relative ist das „dazwischen“.

Es kommt nicht von ungefähr, dass die, die auf hoher See oder in den Bergen leben und arbeiten, ein starkes Bedürfnis nach Religiosität haben, sind sie doch immer wieder mit der Grandiosität und den Gewalten der Natur konfrontiert.

Als ich einmal eine Ausstellung über den „jungen Dürer“ besuchte, fügte sich in meinem Denken etwas zusammen, rastete regelrecht etwas ein, als ich sein Kunstverständnis las. Der Künstler muss seiner Ansicht nach sein Handwerk kennen, nach Perfektion streben, eine eigene, unabhängige Meinung haben und er muss leidenschaftlich sein in dem, was er tut.

Das ist genau die Haltung, mit und in der ich im Einklang mit allem Existierenden sein kann, also authentisch sein kann. Das ist exakt das, was ich auf der See und in den Bergen erfahren habe. Ich bin völlig für mich, aber das trennt mich nicht von den Anderen, eher ist das Gegenteil der Fall, ich stehe am Rand meiner Existenz und bin konfrontiert mit dem Absoluten.

Authentisch zu leben ist in unserer Gesellschaft nicht so einfach, verlangt es doch von mir die bedingungslose Bereitschaft, für mich einzustehen statt mit dem Mainstream zu schwimmen, ohne Angst zu leben und mutig das Richtige zu tun, dabei mehr als alles andere frei und wahrhaftig sein zu wollen, bedingungslose Verantwortung für mich selbst zu übernehmen, mich allem zu stellen und nichts zu vermeiden, dabei jederzeit eine unpersönliche, wahrhaftige Sichtweise haben und für einen höheren Zweck zu leben.

Was ich damit sagen will: Nur wenn ich im Relativen authentisch bin, kann ich im Einklang mit dem Absoluten leben. Das Relative kann ich umschreiben, das Absolute nicht. Aber je besser ich die Phänomene des Relativen wahrnehme, desto bewusster werde ich meiner selbst, ohne dass ich es genau in Worte fassen könnte könnte.

Authentisch leben, wirklich authentisch sein. Darum geht es für mich.