Es ist eine wirkliche Crux

Nichts ist, was es zu sein scheint. Um mein Leben zu bewältigen, muss ich wissen, dass mir Dinge auf den Kopf fallen können. Doch um andererseits mein Leben verstehen zu können, muss ich all mein Wissen vergessen, denn in Wirklichkeit fallen keine Dinge von oben nach unten. Die Wirklichkeit ist nicht das, was ich erkennen und wahrnehmen kann.

Die Wirklichkeit „dahinter“ ist eine geistige, wenn auch keine gedankliche. Doch in Wahrheit ist sie nicht dahinter, es ist dieselbe Wirklichkeit, auch wenn sie sich nicht einmal zu gleichen scheinen, sondern vermeintlich ganz verscheiden sind. Aber das liegt nicht an der Wirklichkeit, sondern an meiner eingeschränkten Wahrnehmungsfähigkeit. Ich muss neben den gewohnten Sinnen noch einen weiteren entwickeln, nämlich einen geistigen, doch ohne die anderen zu ignorieren. Nur so kann ich die Wirklichkeit wirklich wahrnehmen.

Bis jetzt kann ich allenfalls sagen, dass ich verdammt wenig weiß. Vor allem aber weiß ich, jedenfalls gehe ich davon aus, dass es ganz anders ist, als ich bisher immer dachte. Aber das macht nichts, denn ich bin ja exakt das, was ich verstehen will. Also bräuchte ich eigentlich nichts zu tun, sondern einfach nur das Leben zu genießen. Eigentlich. Doch da hat mir die Gesellschaft einen Strich durch die Rechnung gemacht, indem sie eine eigene Welt erschaffen hat, eine Welt der Maschinen und all dieser künstlichen Dinge. Und in dieser Welt lebe ich nun einmal. Da hilft auch jammern und klagen nicht, genauso wenig, wie nach Verantwortlichen zu suchen.

Also muss ich lernen, zwei sich scheinbar widerspreche Dinge gedanklich zusammenzubringen. Mein Wesen, also meine Natur und mein Leben. Denn da gibt es jede Menge offene Fragen. Denn scheinbar widerspricht sich das. Oder ich übersehe schlicht und einfach etwas. Diese Fragen sind wohl nicht nur fundamental, sondern vor allem existenziell. Es ist eine persönliche Angelegenheit, sich darüber Gedanken zu machen. Aber diese Fragen gehen uns Menschen wohl alle an. Wie heißt es doch so schön?

Mitgefangen, mitgehangen.“