Flow

(M)Ein immer wiederkehrendes Thema. Gerade haben sich dazu zwei Informationen in meiner Wahrnehmung gekreuzt; beziehungsweise, sie sind sich begegnet. Das eine war ein Artikel über den Zusammenhang des immer weiter steigenden Medienkonsums einerseits und der damit einhergehenden Abnahme der Konzentrations- und Achtsamkeitsfähigkeit. Darin wird berichtet, dass etwa Prof. Joel Nigg, einer der weltweit führenden Experten für Aufmerksamkeitsstörungen bei Kindern, die Frage aufwirft, ob sich mittlerweile eine „pathogene Aufmerksamkeitskultur“ entwickelt, eine Umgebung, in der es schwierig ist, sich ausdauernd und intensiv auf etwas konzentrieren zu können.

Nach den Ursachen befragt sieht er die in dem, was in der Gesellschaft gerade passiert, also in dem zunehmenden Medienkonsum. Der (schlechte) Witz ist, dass die Beschleunigung uns langsamer macht. Das liegt daran, dass wir nur ein, zwei Gedanken bewusst folgen können. Viele jedoch glaubten, dass es möglich sei, etwa sechs Medieninformationen gleichzeitig zu folgen. Wir können nichts gleichzeitig tun, sondern springen von dem einen zum anderen Thema – und das bedeutet, dass sich das Gehirn immer wieder neu justieren muss.

Die Erfahrung des Autors war, dass es für mehr Aufmerksamkeit nicht ausreicht, einfach nur die Ablenkungen zu eliminieren, denn das verschafft nur ein gutes Gefühl, gleichzeitig aber entsteht ein Vakuum, weil die Geräuschkulisse wegfällt. Dieses Vakuum, diese Leere erlebt man jedoch dann nicht, wenn man in einem Flow ist. Unter Flow stellen sich viele eine aktive Tätigkeit vor. Aber kann das ohne Gedanken in den Garten schauen nicht auch ein Flowzustand sein? Ganz offensichtlich ist es das!

Also werde ich versuchen, mich nicht mehr so schnell abzulenken beziehungsweise mich zu „beschäftigen“, statt mich einfach einmal in die gedankliche Stille zu begeben. Spannend fand ich, dass das Thema Flow mittlerweile auch die Forscher auf den Plan gerufen hat. So wird an dem „Beispiel“ Rennfahrer untersucht, was dabei im Gehirn passiert.

Das andere war ein Video mit Gedanken über Untersuchungen zum Flow. Absolut spannend fand ich, dass die Rennfahrer in dem Video über genau die Phänomene sprechen, die ich auch immer wieder beim Motorradfahren erlebe: Völlige gedankliche Funkstille bei höchster Konzentration, Achtsamkeit und Aufmerksamkeit. Ich stelle mir das spaßig vor, wenn in einem Meeting der Chef plötzlich die Order ausgibt, man möge jetzt bitte nicht mehr denken, sondern tun, was zu tun ist.