Flow, ganz einfach.

Ich brauche nur öfters Motorrad zu fahren. Da lerne ich sehr viel über den Zustand des Flow, den ich auch im Alltag anstrebe. Und auch Reflexion hilft. Definitiv.

Menschen, die wissen, was ein Flow ist, verbindet eine Sache: Sie halten sich in dem Augenblick des Flow an keine Konvention mehr, die gibt es dann nicht mehr für sie, und sie denken eben nicht mehr, wie man „normaler Weise“ denkt. Doch das ist ein zweischneidiges Schwert.

Auf der einen Seite bin ich dann frei in meinen Handlungen, ungebunden, bin ich in dem, was ich tue, richtig gut, jedenfalls so gut ich sein kann. Die andere Seite ist, dass ich dann auch nicht mehr über moralische oder ethische Fragen nachdenke, denn ich denke im Flow überhaupt nicht mehr nach, sondern denke durch NichtDenken.

Daher brauche ich in einem Flow implizites Wissen über das, was ich tun möchte. Was ich nicht weiß, kann ich nicht denken und demnach auch nicht tun, allenfalls darüber reden. Aber nicht tun.

Es ist ein gewaltiger Irrtum, dass ein Flow bedeutet würde, ich würde mich grundsätzlich „korrekt“ verhalten. Das werde ich nur, wenn entsprechendes implizites Wissen vorhanden ist, dann werde ich das tun. Aber auch nur dann.

Ich werde den Gedanken von Einstein, dass Mich-Getrennt-Zu-Fühlen nur eine Täuschung meines Bewusstseins ist, nicht umsetzen können, wenn ich lieber diskutiere statt einen Dialog zu führen. Oder wenn ich lieber verbales Karate praktiziere als verbales Aikido.

Das Erfreuliche ist, das kann ich lernen, indem ich es praktiziere.