Fantasy

Ich glaube, dass Einstein im Grunde seines Herzens ein Fantasy-Fan war. Nur hatte er im Unterschied zu manchen Menschen, die sich Fantasy und Science-Fiction verschrieben haben, nie den Boden zur Realität verloren, nur zeitweilig verlassen, um seine Gedanken weiter zu denken.

Er hing ja nie irgendwelchen Gedanken nach und er verlor sich auch nicht darin, sondern suchte stets Antworten auf konkrete Fragen zu bekommen. In diesem Gedanken aus einem Gespräch mit Heisenberg findet sich das wieder:

Vom prinzipiellen Standpunkt aus betrachtet ist es ganz falsch, eine Theorie nur auf beobachtbare Größen gründen zu wollen. Denn es ist ja in Wirklichkeit ganz umgekehrt. Erst die Theorie entscheidet darüber, was man beobachten kann.

Den entscheidenden Satz „Erst die Theorie entscheidet darüber, was man beobachten kann.“ darf man nicht überlesen oder vorschnell mit dem Kommentar „Ach, das weiß ich doch schon!“ hinter sich lassen.

Lässt man sich jedoch auf diesen Satz einmal wirklich ein, dann beginnt man mit der Zeit zu erkennen, dass es tatsächlich so ist: Die in unserem Geist vorhandenen Vorstellungen und Ideen bestimmen und ermöglichen eine Interpretation von Sinneseindrücken.

Wie oft habe ich das, was ich empfunden habe, also meine Sinneseindrücke, für gegeben gehalten, statt dass ich mich gefragt hätte, welche gedanklichen Annahmen und Modelle dazu geführt haben, dass ich meine Sinneseindrücke unzutreffend interpretiert habe!

Mittlerweile kann ich akzeptieren, dass mein Denken meine Wahrnehmung lenkt – und zwar gewaltig. Das wirklich interessante dabei ist, dass ich damit eine enorme Freiheit gewonnen habe. Niemand kann mehr darüber bestimmen, wie ich mich fühle!

Das mache ich alles selbst! Faszinierend, oder etwa nicht? Nur darf ich dabei keinem Wunschdenken anheimfallen, sondern muss immer wieder in Kontakt mit der Wirklichkeit kommen. Doch ‚Wirklichkeit’ ist jedoch nichts Gegebenes, sonder das, was ich daraus mache.