Fakten oder Werte

Worüber man reden kann – und worüber nicht. Erst einmal die Definition der beiden Begriffe, wie sie im Internet nachzulesen sind:

Wertvorstellungen oder kurz Werte bezeichnen im allgemeinen Sprachgebrauch als erstrebenswert oder moralisch gut betrachtete Eigenschaften bzw. Qualitäten, die Objekten, Ideen, praktischen bzw. sittlichen Idealen, Sachverhalten, Handlungsmustern, Charaktereigenschaften oder auch Gütern beigemessen werden.

Eine Tatsache, auch Fakt oder Faktum ist je nach Auffassung ein wirklicher, nachweisbarer, bestehender, wahrer oder anerkannter Sachverhalt.

Ich finde, der Unterschied ist deutlich. Ein Wert ist eine subjektive Wertung über etwas oder jemanden. Darüber kann man nicht wirklich reden, es sei denn, man stimmt darin überein.

Auch über Fakten zu reden ist nicht einfach, aber es ist durchaus möglich wenn das gewollt ist. Hier geht es um Wirklichkeit. Darüber lässt sich reden, denn anders als Werte legen wir ihnen keine Eigenschaften wie etwa Qualität oder Ähnliches zugrunde. Eben keine Wertung.

Und wenn sich bei Fakten so etwas wie eine Wertung einschleicht, dann hat man den Pfad des Untersuchens verlassen. Was leider sehr schnell geschieht. Darum muss man immer sehr vorsichtig sein und registrieren, wo man wertet.

Das eigentliche Problem, das es uns offensichtlich so schwierig zu machen scheint, zwischen Werten und Fakten zu differenzieren, das ist, dass wir es gewöhnt sind, Werte als Fakten zu verstehen und eben nicht sauber zu unterscheiden.

Doch ich halte es für eine Notwendigkeit, das zu tun. Dass ich auf dieses Thema so sensibel bis empfindlich reagiere, hat mit der NS-Geschichte in meiner Familie zu tun. Was Mein Vater in dieser Zeit getan hat, hätte er wohl nicht getan, hätte er nicht lebenswert – ein Wert – mit lebensfähig – ein Fakt – gleichgesetzt.

Auch die Behauptung, die Juden seien an der Lebenssituation der Deutschen schuld, war eine Unterstellung auf Grund eines Wertes und eben nicht Fakten basiert.