Zum Inhalt springen →

Es gibt kein Zurück mehr

So sehr wir es uns auch wünschen mögen, den Rückweg ‚zum Ursprung’ haben wir uns verstellt. Gerade habe ich folgenden Gedanken im Internet gelesen: „Katzen brauchen weder ein Buch mit göttlichen noch mit weltlichen Gesetzen. Sie lassen sich einfach ihrer Natur gemäß leben. Wie weit sind wir doch davon entfernt.“ Stimmt. Vollkommen richtig. Nur werden wir da nie wieder hinkommen, den Weg zurück haben wir uns komplett verbaut. Da hilft auch kein Jammern und kein Klagen mehr.

Der Mensch hat sich aufgemacht, sich die Welt untertan zu machen. Was ihm auch ziemlich gelungen ist, hat er es doch geschafft, sich aus der Nahrungskette herauszunehmen. Das einzige, was ihn jetzt noch bedrohen kann sind solche lächerlich kleinen Viren – oder er selbst. Aber wieder zurück zum Ausgangspunkt. Was bedeutet das angesichts der Tatsache, dass der Mensch sich zum Herrscher über alles Leben gemacht hat, ‚seiner Natur gemäß zu leben?‘

So wie ein Tier, ein Vogel, ein Insekt oder was auch immer ‚seiner‘ Natur gemäß leben kann, so kann der Mensch eben nicht mehr ‚seiner‘ bisherigen Natur gemäß leben. Für ihn wie für die Welt ist ein neues Zeitalter angebrochen, das Anthropozän. Dieser Begriff ist ein Vorschlag zur Benennung einer neuen geochronologischen Epoche, nämlich des Zeitalters, in dem der Mensch zu einem der wichtigsten Einflussfaktoren auf die biologischen, geologischen und atmosphärischen Prozesse auf der Erde geworden ist.

Wahrscheinlich ist die Vorstellungen, etwas würde ‚seiner‘ Natur gemäß leben, auch wieder nur so eine fixe Idee des Menschen, der am liebsten alles ordentlich in Theorien und Konzepte verpacken und nichts offen lassen möchte. Nur wissen wir zwischenzeitlich von den Physikern, dass das eine nette Illusion ist. Nett, aber fern der Lebenswirklichkeit. Die Lebenswirklichkeit ist definitiv nicht determiniert, auch wenn das viele gerne hätten, denn dann wäre sie so wunderbar kalkulierbar. Alles ließe sich dann ganz einfach planen. Ein Traum – im wahrsten Sinn des Wortes ein Traum ohne jeglichen Bezug zur Wirklichkeit.

Was also ist die ‚Natur des Menschen‘, wenn es doch nichts Vorgegebenes ist?

Veröffentlicht in Blog