Erkenntnis

Wie kann eine gerechte Welt aussehen? Für den amerikanischen Philosophen John Rawls zeigt erst eine verschleierte Welt ihr wahres Gesicht – und weist den Weg in eine gerechtere Gesellschaft.

Das hat definitiv etwas, darüber lohnt es sich nachzudenken, ob das nicht der Weg für unsere Gesellschaft sein könnte. Wie sähe eine Gesellschaft aus, in der jeder einen „Schleier des Unwissens“ über die eigene Person trägt? Und, möchte ich hinzufügen, auch über die Person des anderen?

Mit dieser ‚Unwissenheit‘ würden sich zwei Dinge in Luft auflösen: Subjektivität und Objektivität. Wenn ich kein Wissen mehr über mich als Subjekt habe, gibt es auch keine Subjektivität.

Dann hätten wir die Chance, beides (!!) als das zu erkennen, was sie sind: Eine Illusion. Das sagt uns nämlich die Quantenmechanik. Wie sagt doch Hans-Peter Dürr? „Es gibt nur Beziehungsstrukturen, es gibt keine Objekte!

Gibt es kein Objekt, gibt es auch kein Subjekt.

Nicht so leicht zu akzeptieren. Aber irgendwie logisch. Ich sitze gerade an meinem PC und schreibe diesen Text. Dabei erlebe ich mich dadurch, dass ich die Beziehung meines Körpers zu meinem Stuhl und den Raum um mich herum wahrnehme, genauso wie die Beziehung zu der Tastatur, dem Bildschirm, den Gedanken und dem Text.

Und das Bewusstsein all dieser Beziehungen erlebe ich als „Ich“. Wenn wir uns alle, jeder für sich, auf diesen Weg der Selbsterkenntnis machen würden, fiele am Ende das ‚Selbst’ in dem Wort weg und es bliebe nur noch Erkenntnis.

Klares Fazit: Das hat definitiv was!! Wenn wir das zu ‚sehen‘ gelernt haben, dann könnten wir uns auch an Einsteins Frage herantasten, ob denn der Mond da ist, wenn keiner hinschaut.