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Erfahrungen vermitteln

Geht das überhaupt? Ich denke nämlich nicht, dass es geht. Will ich eine Erfahrung vermitteln, die der andere noch nie gemacht hat, stehe ich vor einem ernsthaften Problem. ‚Wie sag ich es nur?‘

Mangels der entsprechenden Erfahrung kann man es nicht erklären, allenfalls beschreiben, was der andere aber auch nicht verstehen wird, denn ihm fehlt ja die Substanz in dem Erkenntnisverfahren, nämlich die eigene Erfahrung.

Ganz einfach: Entweder er lässt sich darauf ein – oder eben nicht. Spricht man dabei über alltägliche Dinge, etwa über ‚Bewusstsein‘ oder ‚Intelligenz‘, dann muss man sicher sein können, dass man über den selben, mindestens über den gleichen Erfahrungshintergrund verfügt.

Nur was kann man tun, wenn dem offensichtlich so nicht ist, wenn also der andere über die Erfahrungen, über die man reden möchte, selbst nicht hat. Also erzählt man Geschichten.

Doch damit es nicht zu einer reinen Fantasy Veranstaltung wird, versucht man, es irgendwie realer erscheinen zu lassen. Daher redet man, jedenfalls ich, über Erfahrungen beim Motorradfahren oder auch über die grundsätzlichen Fragen, die die Quantenphysik so aufwirft.

Da denke ich immer, dass der andere sich doch darauf einlassen könnte, schließlich ist das ja nicht so abgehoben wie über Zen zu sprechen. Aber es funktioniert leider auch nicht so wirklich.

Dabei kennt das, worüber ich reden möchte, jeder selbst. Nur die wenigsten können sich daran erinnern, wie es war, als sie ohne den Ballast der Konvention in einem andauernden Flow unterwegs waren.

Motorradfahrer wissen immerhin, wie sich das kurzzeitig anfühlt. Eigentlich alle, die etwas Extremes machen, etwas, das hohe Anforderungen an das Tun stellt. Etwa Musiker, Chirurgen, Freeclimber, Artisten, aber auch Philosophen; Menschen also, bei deren Tun sich kein noch so kleiner Fehler einschleichen darf, soll das Tun nicht scheitern oder zumindest hochgradig gefährdet zu sein.

Aber dauerhaft? Mein Enkel Paul hat es mit knapp 4 Jahren noch ziemlich drauf, auch Henri, der ein bisschen älter ist, obwohl da wird es schon schwieriger, er geht bereits zu lange in den Kindergarten, aber bei der Lotte ist es ziemlich vorbei, sie geht bereits in die Schule.

Ich rede von dem ganz normalen Flow, den jede Katze, jeder Hund und jedes spielendes Kleinkind kennt, jedoch leider kaum noch ein Erwachsener. Aber eben nicht der gelegentliche Flow, sondern der Flow als Dauerzustand.

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