Die Lehre vom ‚Seienden’

Brauchen wir eine „neue“ Ontologie? Ganz offensichtlich ist ja die ‚Lehre vom Seienden‘ bzw. ‚Lehre des Seins‘ in vielen Köpfen der Menschen nicht stimmig, ist die Menschheit als Ganzes gesehen zu grausamen und nicht nur menschen-, sondern auch weltverachtenden Dingen fähig. Ich habe gestern eine Bericht über Christopher Columbus gesehen und der Moderator kritisierte ganz zu recht die Versklavung und Ausbeutung der indigenen Bevölkerung.

Die Frage aber ist doch, ob wir unter dem Einfluss und der Ideologie unseres Wirtschaftssystems nicht das Gleiche tun? Ich finde ja. Auch hier gilt der Gedanke von Étienne de La Boëtie, den er in seinem Text „Von der freiwilligen Knechtschaft des Menschen“ beschrieben hat, dass wir einfach nur aufhören müssen, andere Menschen zu ermächtigen. Niemand ist aus sich selbst heraus mächtig, sondern nur, weil andere ihn ermächtigt haben.

Daher sollten wir uns Gedanken über eine Ontologie machen, in der diese „Ermächtigung“ nicht vorkommt. Viele meinen ja, dass Ontologie allein Sache der Philosophen sei und kümmern sich nicht darum, doch letztlich hat jeder Mensch seine ganz persönliche Ontologie im Kopf.

Nur sprechen die wenigsten darüber.