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Ergründen, was ist

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Samurai oder Jedi-Ritter?

Oder doch eher ein Künstler? Vielleicht auch ein Philosoph? Ein Zen-Mensch? Egal. Die Haltung dahinter ist nämlich identisch:

Dem Besseren und Stimmigeren zur Geltung zu verhelfen.

Weil niemand für sich alleine wissen kann, was „besser“ und was „stimmiger“ ist, muss ich mich immer wieder mit anderen zu messen suchen. Nicht mehr mit dem Schwert, sondern mit meinen Gedanken, meinen Ideen, meinen Überzeugungen. Oder eben auch mit meiner Kunst, so wie Dürer es tat. Kunst, hat er nämlich einmal gesagt, sei gewaltig, und daher sei der Künstler gewalttätig, weil er den Menschen seine Kunst zumute.

Wer für einen höheren Zweck und Sinn lebt, wer seine Berufung darin sieht, dem Guten, Schönen und Wahren zur Geltung zu verhelfen, der darf eine gedankliche Auseinandersetzung nicht scheuen, der muss bereit sein, ohne Zögern für seine Ansichten einzutreten, sich mit der eigenen Person in die Waagschale zu werfen.

Weder einem Samurai, noch einem Jedi und auch nicht einem Künstler, einem Philosophen oder einem Zen-Menschen geht es jemals darum, den anderen im übertragenen Sinn zerstören oder beschädigen zu wollen. Er weiß sich eins mit dem anderen, mit dem er sich trotzedem im edlen Wettstreit weiß. Samurai, Jedi, Künstler, Philosoph und Zen-Mensch suchen diese Auseinandersetzung, denn nur so können sie sich ihrer selbst sicher sein. Die hohe Kunst der Ethik macht das möglich.

Sie alle leben Eigensinn im positiven Sinn,
sind Meister ihrer Profession,
verfolgen ihre Sache voller Leidenschaft,
wissen sich allen Menschen verpflichtet
und leben für einen höheren Zweck und Sinn.

Es geht nicht um höher, schneller und weiter, sondern um das Schöne, Gute und Wahre. Diese Haltung bewahrt mich davor, in der Falle der Konvention stecken zu bleiben. Ich muss mich immer wieder mit meiner Meinung im fairen Wettstreit messen lassen, doch es darf mir dabei nicht darum gehen zu gewinnen, sondern ich muss meine Erkenntnis vertiefen wollen. Und dafür brauche ich den Dialog.

Die Suche nach Sinn ist keine liebliche Angelegenheit, sondern eine sehr ernsthafte Sache. Dafür muss ich immer wieder auch bereit sein, mit meinen Ansichten und Meinungen zu scheitern. Nur so kann ich miteinander und aneinander wachsen. Ich und Du sind nicht von einander zu trennen.