Der Trugschluss

Es wäre ein Irrtum zu meinen, ich sei etwas grundlegend Anderes als alles andere auch. Wir Menschen mögen zwar komplexer aufgebaut sein als ein Tier, eine Pflanze, ein Vogel, ein Insekt oder ein Wurm, doch die Gesetzmäßigkeiten sind die selben. Selbst wenn wir uns als die Spitze der Evolution verstehen, wären wir ohne alles andere nicht dort und könnten dort auch nicht ohne alles andere weiter existieren.

Mit anderen Worten: Die Evolution hat uns zu dem gemacht, was wir sind. Dazu hat sie sich der Gesetzmäßigkeiten bedient, die in allem gelten, für jedes Molekül und jedes Atom. Aus einem Haufen Lego-Steine baut mein Enkel je nach Lust und Laune etwas sehr Komplexes oder auch etwas Triviales. Bei seinen Kunstwerken ist eines jedoch immer gleich: Die Ausgangsbasis. Das sind einmal die Lego-Steine, zum anderen ist es seine Intention, seine Gestimmtheit und auch sein Können, was er baut.

Damit fängt es an, zu verstehen, dass die kosmischen Gesetzmäßigkeiten auch in mir sind. Ohne auch, denn der Begriff weist darauf hin, dass ich gedanklich nicht nur differenziere, sondern fragmentiere. Was ich aber nicht darf. Also sollte ich doch besser auf das achten, was ich sage, damit ich erkennen kann, wie ich denke. Ein Beispiel, an dem sich die Form-Inhalt-Problematik sehr gut zeigen lässt. Finde ich jedenfalls.

Ob ich fragmentiert oder differenziert denke definiert, was ich sage, welche Begriffe ich benutze. Es ist der Frame, durch den ich die Welt sehe. Entweder geschlossen – fragmentiert (!!) – oder offen – differenziert. Es ist schon paradox, dass das Eine zu sehen bedeutet, offener zu sein als zu denken, man sähe vieles!

Aufgrund der physikalischen Experimenten wissen wir, dass die Gesetzmäßigkeiten nicht von außen auf etwas einwirken, sondern immanent sind – und zwar in allem. „Meine“ Intelligenz ist beispielsweise nichts Persönliches, auch Intelligenz ist in allem; die Frage ist nur, inwieweit ich sie überhaupt zu nutzen verstehe – und nicht etwa in der Lage bin, sie zu nutzen!

Das bedeutet, dass ich über meine Sprache mir selbst auf die Schliche kommen kann.