Der neue Mythos

Statt an Schicksal und Dämonen glauben wir an Formeln, Zahlen und die Unveränderbarkeit der gesellschaftlichen Verhältnisse. So stand es in einem Artikel über Adornos und Horkheimers „Dialektik der Aufklärung“.

Zu Adorno habe ich mittlerweile eine regelrechte Haß-Liebe entwickelt. Zu oft schon hat er mir meine Träume in den Boden gerammt. Dummerweise hatte er damit auch noch recht. Darum denke ich immer über seine Gedanken nach. So auch dieses Mal.

In dem Text heißt es ‚Statt an Schicksal und Dämonen glauben wir an Formeln, Zahlen und die Unveränderbarkeit der gesellschaftlichen Verhältnisse.

Ja, so sehe ich das mittlerweile auch. Weshalb ich glaube, dass die Aussichten für die Welt nicht gerade rosig sind. Mit anderen Worten: Wir schaufeln uns gerade fleißig das eigene Grab. Das Dumme dabei ist nur, dass wir das nicht einmal zu merken scheinen.

An Schicksal und Dämonen glaube ich nicht mehr. Auch an die Unveränderbarkeit der gesellschaftlichen Verhältnisse glaube ich nicht; selbst wenn ich es manchmal wirklich glauben könnte. Aber noch stemme ich mich dagegen.

Als erstes müssen wir also unsere Überzeugungen auf den Amboss des Verifizierens legen und wie den Stahl für ein gutes Schwert läutern, wieder und wieder. Oder Seide immer wieder waschen, bis nichts mehr an ihr haftet.

Denn aus unseren Überzeugungen schließen wir auch darauf, dass die gesellschaftlichen Verhältnisse unverạ̈nderbar wären. Was sie aber sicherlich nicht sind. Die Frage ist nur, was die Veränderung herbeiführen wird: Intelligenz oder Gewalt?

Dessen müssen wir uns bewusst sein.