Corona

Alle reden davon, doch was ist es wirklich? Klar, Corona ist ein Virus. Und wir beginnen diesen Virus zu verstehen. Jedenfalls glauben oder hoffen wir das.

Tatsächlich ist Corona – wie jeder andere Virus auch – ein lebendiger Prozess. Und lebendige Prozesse gestalten sich leider nicht so, wie wir es gerne hätten, also berechenbar. Den Gefallen tun sie uns bedauerlicherweise nicht.

Nicht, weil sie es nicht wollen oder wir zu dumm sind, nein, wir können das nicht, weil man komplexe Prozesse in ihrem Verlauf nicht prognostizieren und nicht steuern kann.

Natürlich können wir in solche Prozesse eingreifen. Etwa durch Impfungen. Doch ob die so wirken wie geplant, das werden wir nie wissen. Und auch nicht, wie sie unser eigenes System durcheinander bringen können. Weil wir es ganz einfach nicht wissen können. Komplexe Systeme lassen sich nicht einmal mit einer Stadt voller Computer berechnen.

Komplexe System kann man weder planen noch beherrschen. Und genau das führt uns Corona gerade vor Augen. Dazu kommt, dass wir mittlerweile zumindest auf der Ebene der Physik lernen, mit Komplexität umzugehen. Oder sollte ich vielleicht sagen, was Komplexität überhaupt bedeutet?

So gesehen könnte Corona eine Chance sein, darüber nachzudenken, was Komplexität für uns bedeutet. Die meisten Menschen glauben ja noch immer, wir Menschen könnten die Dinge „regeln“. Das können wir auch, nur nicht so, wie wir „etwas zu regeln“ üblicherweise verstehen.

Das machen und können wir nur dann, wenn wir es durch Selbstorganisation machen. Also nicht bewusst. Doch wir können die Rahmenbedingungen schaffen. Verwenden wir eine kriegerische Sprache, wird es sicher nicht klappen. Verwenden wir überhaupt eine mechanisch geprägte Sprache, dann auch nicht.

Ein Ausweg wäre sich sprachlich nicht festzulegen, sich nicht klar positionieren. Das ist jedoch ganz falsch gedacht, denn das hilft genau so wenig. Ich glaube es war Niels Bohr, der einmal gesagt hat, dass man für die Komplexität der Quantenmechanik eine andere Sprache bräuchte.

Das stimmt und stimmt auch wieder nicht, denn ich brauche nur andere Begriffe zu verwenden. Eines ist sicher: Wir verwenden in der Regel die falsche Sprache. Selbstorganisation funktioniert sicher nicht mit kriegerischen Metaphern. Eher sollten wir uns die Sprache der Völker anschauen, die im Einklang mit der Natur leb(t)en.

Wie kann ich also mein Gehirn dazu bringen, selbstorganisierend zu arbeiten Was nicht so einfach ist, denn das will sehr gut überlegt sein. Doch es geht, wenn ich nur will. Auf der körperlichen Ebene kann ich das fraglos. Ich mache ganz einfach Feldenkrais-Übungen.

Für die Sprache geht das auch. Ich muss es nur noch herausfinden, wie es geht.