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Braucht der Mensch die Natur?

Oder ist er selbst tatsächlich nichts anderes als ein Aspekt der Natur? Wenn wir Menschen eine Krankheit bekommen, dann suchen wir den Auslöser dafür meist lieber im Außen als bei uns selbst. Für die virale Grippe sind dann eben ausschließlich Viren verantwortlich und nicht etwa das eigene Immunsystem. Ist schon jemals jemand auf die Idee gekommen, dass die Viren vielleicht nur ein von der Natur ausgedachter Test für schwache Immunsysteme sind, um die auszumerzen, oder um die Botschaft zu überbringen, man möge sich endlich darum kümmern?

Noch einmal anders ist es, wenn wir eine Krankheit haben, die nicht von außen kommt. Ilse Kutschera, eine wirklich nicht des Mystizismus verdächtige Medizinerin, sagt immer, dass jede Krankheit psychische Ursachen hat. Und das heißt für mich ein falsches Denken. Doch wo kann der Denkfehler liegen? Liegt er vielleicht schon darin, die Natur und mich als etwas von einander Getrenntes zu sehen und nicht als Eins? Brauche ich die Natur oder bin ich die Natur? Ist das die entscheidende Weichenstellung? Kann es nicht sein, dass auch die Natur erkranken kann, so wie ich auch erkranken kann?

Wenn ich eine Autoimmunkrankheit bekommen kann, kann das dann nicht auch die Natur? Warum denken so viele noch immer, dass nur der Mensch denken kann? Wissen wir nicht schon längst, dass Bäume und Pflanzen wie Tiere untereinander kommunizieren, dass Fische Schmerz empfinden, genauso wie Pflanzen? Nur dass sie das eben ganz anders machen als wir selbst? Und vielleicht sind unsere üblichen Vorstellungen von Denken, von Bewusstsein, von Intelligenz und von Achtsamkeit et cetera schlicht und einfach nur falsch, weil sie die angeblich „übrige“ Natur einfach ausklammern und sich nur auf uns Menschen beziehen?

Diese Art die Welt zu sehen ist tief in unserer Sprache verwurzelt. Wir sprechen über die Dinge, als könnten sie von einander getrennt existieren, doch können sie das wirklich? Wenn das aber so ist, wenn also nichts voneinander getrennt ist, dann versuchen wir gerade den Teufel mit dem Beelzebub auszutreiben. Wir packen den Stier nicht bei den Hörnern, sondern an einer Stelle, die er gar nicht mag. Die richtige Stelle wäre das eigene Denken, das die Welt sieht, wie sie aber nicht ist, statt die Ursache im Außen zu suchen. Fakt ist, wir sind Natur. Und wir müssten endlich auch so denken, damit wir so auch handeln können. Solange wir das aber nicht tun, sägen wir fleißig weiter auf dem Ast, auf dem wir sitzen.

Es ist an der Zeit, die Dinge zu sehen, wie sie sind.

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