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Subjektivismus

Das Problem mit dem Subjektivismus ist, dass wir heute wissen, dass es absolut keine nicht-subjektive Wahrnehmung gibt. Denkt man das weiter bis zum Ende, dann ist es durchaus logisch, dass es auch keine objektive Wahrnehmung geben kann. Subjektivismus und Objektivismus – nur eine Illusion, die uns unsere Wahrnehmung vorgaukelt.

Das ist erst einmal „nur“ ein sprachliches Problem, denn wenn es nur noch Subjektivismus und keinen Objektivismus in unseren Wahrnehmungen gibt, dann gibt es letztlich beides nicht, denn für sich alleine existieren die nicht. Es sind dann nur Markierungszeichen für einen Weg, die aber absolut keine Bedeutung haben. Also ein imaginärer Weg.

Das ist etwa so, als würde man diesen Markierungszeichen folgen und eine 45° Kehre nach der anderen fahren, obwohl man auch einfach geradeaus fahren und wesentlich schneller und problemloser am Ziel ankommen könnte. Oder all die Abzweigungen die man nehmen könnte gibt es dann auch nicht, weil nicht ausgeschildert.

Es ist aber noch ein ganz anderes Problem. In dem Moment, in dem ich meine Wahrnehmung ändere, schreibe ich die biochemische Reaktion meines Körpers um. Das sagt Bruce Lipton, ein Biologe, der eigentlich gar nichts mit der Quantenphysik zu tun haben wollte – bis er begriff, dass das Wissen um quantenphysikalische Prozesse und Prinzipien vieles in einem hellen Licht ganz klar erscheinen lässt, was man früher nur sehr, sehr undeutlich und schemenhaft wahrnehmen konnte.

Diese Aussage von Lipton ist rein biologisch gesehen vollkommen korrekt, denn meine Wahrnehmung löst natürlich biochemische Reaktionen aus. Doch das bedeutet nicht, dass damit schon das Ende der Fahnenstange erreicht wäre. Nehme ich einen Freund und keinen Feind wahr, dann verändert das meine biochemischen Prozesse gewaltig – und damit mein ganzes Denksystem.

Veröffentlicht in Reflexionen