Springe zum Inhalt →

Ich

Wenn jedoch nichts statisch ist, sondern letztlich alles ein Prozess, was bringt ihn dann in Bewegung? Gute Frage, nicht? Will ich diese Frage beantworten, dann orientiere ich mich nicht an den Philosophen, sondern an den Wissenschaftlern. Und die sagen mittlerweile, dass es mit Information anfängt. Bei der Materie. Da auch ich aus Materie bestehe, spielt das also auch für mich eine Rolle.

Deshalb achte ich möglichst darauf, mit welche Informationen ich in mein Gehirn füttere. Also was ich über das denke, was ich wahrnehme. Sehr, sehr dankbar bin ich Gert Scobel für seine Begeisterung für den Film Matrix, den ich auch sehr inspirierend finde. Man muss nur die Show drumherum ausblenden.

Was aber macht Matrix aus? Was ist der Kern? Skeptizismus! Nur so merkt man, dass man tatsächlich Boden unter den Füßen hat und schnellstens aufhören sollte, in seinen Gedankenwolken zu schweben. Der leider sehr in Verruf geratene Descartes war da auf einem guten Weg. Nur hat das den wenigstens in ihre Philosophie gepasst, denn er war ein Perfektionist im Zweifeln.

Wie sagt er doch? „ … ich will glauben, Himmel, Erde, Luft, Farben, Gestalten, Töne und alle Außendinge seien nichts als das täuschende Spiel von Träumen.“ Und genau so ist es. Aber das muss man erst einmal begreifen. Wenn man das begreift, dann merkt man leicht, dass da ja was sein muss, das denkt. Und deshalb ist sein Gedanke „ich denke, also bin ich“ nicht von der Hand zu weisen. Wobei man sich noch über das „ich“ Gedanken machen muss.

Langer Rede kurzer Sinn: ich bin nicht das, was ich bisher zu sein glaubte. Wenn ich jetzt aber versuche, mich sozusagen dingfest zu machen, mich also zu definieren, erleide ich unweigerlich Schiffbruch. Denn ich kann zwar beschreiben, was ich so tue, aber ich kann mich nicht definieren

Also sollte ich schleunigst jede Vorstellung von mir aufgeben und einfach wahrnehmen, was ich so mache – und aufhören, mich zu fragen, wer oder was ich eigentlich bin. Das ändert an meinem Sein nichts, aber es macht mir klarer, wie ich überhaupt funktioniere.

Und genau da will ich hin, egal, was ich jetzt bin.

Veröffentlicht in Reflexionen