Beschreibungen

Sind das nicht nur körpereigene Endorphine? Das war eine Reaktion auf meinen letzten Texte. Tja, was soll ich da sagen? Kann ich denn wissen, was es ist? Das kann ich wohl nicht. Wie sollte ich auch, wenn nicht einmal die Quantenphysiker in der Lage sind zu sagen, was Sache ist, sondern die Gesetzmäßigkeiten nach eigener Einschätzung nur beschreiben, aber nicht definieren können.

Aber wie würde ich es denn beschreiben? Erklären kann ich es ja nicht, eine Erfahrung kann man niemandem vermitteln, die muss jeder schon selber machen. Was man natürlich machen kann, das ist die auf einem selbst bekannte Situationen zu übertragen. Aber zurück zu den Endorphinen. Sicher spielen die eine Rolle, aber die sind es nicht, nur die Sahne obendrauf.

Was also erlebe ich, wenn ich Motorrad fahre – natürlich im Idealfall? Es denkt, aber durch NichtDenken, ohne einen einzigen Gedanken, der bewusst würde. Keine Überlegungen, absolut ‚spontanes‘ und induktives Handeln; natürlich nur, was ich vorher eingeübt und zu implizitem Wissen habe werden lassen.

Handeln aus der Leere heraus, die definitiv kein ‚Nichts‘ ist, sondern ein Raum des Möglichen. Auf dem Motorrad verschwindet dieses ominöse ‚Ich‘ – vorausgesetzt, ich bin dazu bereit; habe also erkannt, dass es genau dieses ‚ich‘ ist, das mir ständig im Weg herum steht und mich daran hindert, der zu sein, der ich bin – und ganz einfach im Einklang mit der Welt.

Aber vielleicht ist das die Kröte, ich muss das ‚Gewinnen-Wollen‘ abgestellt haben. Da passt dieser Text von Friedrich Schiller aus „Über die ästhetische Erziehung des Menschen“ im fünfzehnten Brief perfekt dazu: „Denn, um es endlich auf einmal herauszusagen, der Mensch spielt nur, wo er in voller Bedeutung des Worts Mensch ist, und er ist nur da ganz Mensch, wo er spielt.

Nur was verstand Schiller unter ‚spielen‘? Ich denke, wirklich ‚spielen’ kann ich nur dann, wenn ich im Einklang mit den Gesetzmäßigkeiten eines komplexen Systems bin und nicht die Spur eines ‚auf sich selbst bedachten Ich’ aktiv ist.