Anders als gedacht 

Marshall McLuhan, ein Philosoph, Geisteswissenschaftler, Professor für englische Literatur, Literaturkritiker, Rhetoriker und Kommunikationstheoretiker hat für Medien eine interessante Theorie aufgestellt. Seine zentrale These lautet „Das Medium ist die Botschaft.

Übertrage ich das auf mich, dann bedeutet das, dass ich, also mein Wissen, meine Ansichten, meine Überzeugungen, also mein Weltbild und damit mein Denken – ob bewusst oder nicht bewusst – mich ausmacht. In der Regel habe ich für so ziemlich alles argumentative Gründe, etwa dass mir italienische Küche schmeckt.

Doch das ist nur die Oberfläche, der wirkliche Grund ist mir kaum bewusst. Welche Sehnsucht steckt hinter meiner Liebe zu Pasta? Wahrscheinlich ist es die Lebensfreude Italiens, die ich da spüre, vielleicht auch der Familiensinn der Italiener. Und weshalb liebe ich die Toscana und meide Großstädte? Oder weshalb fahre ich gerne an die Nordsee und mag die Ostsee nicht besonders?

Wie ich als Mensch bin, wie also andere mich erleben, wird durch mein inneres Weltbild bestimmt. Früher dachte ich immer, dass das, was ich wahrnehme, auch die Realität wäre. Doch mittlerweile ist mir klar, dass dem nicht so ist. Dank der Wissenschaft wissen wir das sehr konkret, auch wenn es erst nur wenige glauben, dass die Welt ganz anders ist als wir bisher dachten.

Ich selbst und die Wirklichkeit sind miteinander verwoben, nicht voneinander zu trennen. Es ist müßig mich zu fragen, was mit dieser Erkenntnis jetzt anders ist, denn genau in solchen konkreten Fragen nach Ursache und Wirkung liegt das wirkliche Problem.

Fakt ist, ich begegnete der Welt bisher aufgrund von irrigen Annahmen. Daher will ich untersuchen, was wirklich ist. Etwa solche Sätze, der, glaube ich, von Krishnamurti ist: ‚Es gibt keinen Handelnden, bloß die Handlung. Keine Erfahrung, bloß den Erfahrenden, nur sich zusammenfügende Teile, in Wandlung begriffen.