Angebot und Nachfrage

Bekanntlich wird das Angebot durch die Nachfrage geregelt.

„Ich würde gerne irgend etwas anbieten, um Dir zu helfen,
aber im Zen haben wir überhaupt nichts.“

Ikkyū Sōjun

Oder, wie Niels Bohr es formuliert hat:

„Die Physik kann keine Aussagen darüber machen,
wie die Welt ist, sondern nur darüber, was wir über sie wissen.“

Gegen Ende seines Lebens hatte Bruce Lee komplett den Glauben an das Konzept eines starren Systems von Kampfstilen, Techniken und Strategien verloren. Nichts, was vom Meister zum Schüler weitergegeben werden könnte. Das ist wirkliche Freiheit.

Darum braucht man jemanden, der einem die Mittel an die Hand gibt, um eigenständig weiter denken zu können. Doch das ist wesentlich schwieriger, als ein Konzept zu vermitteln. Nicht, weil man das nicht könnte, sondern weil man Konzepte leicht verstehen kann, da braucht man selbst nicht zu denken.

Deswegen ist das so schwierig zu vermitteln, weil der Empfänger nichts bekommt, was er empfangen könnte, er muss selber denken.

Darum geht es im Ch’an wie in der Quantenmechanik. Und deswegen verstehen sich die Meister des Ch’an und die Quantenmechaniker, die sich den grundsätzlichen Fragen stellen so gut. Keine Objektivität und auch keine Subjektivität, sagen die Quantenmechaniker. Stimmt, antworten die Ch’an-Menschen. Dabei darf man sich nicht davon irritieren lassen, denn sowohl die Gedanken des Ch’an wie die der Quantenmechanik sind sehr wohl nutzbar.

Nur sie erfordern eben eine andere Struktur des Denkens.