Andere Wege gehen

In der Epoche des Anthropozän, in der der Mensch in ungeahnter Weise negativen Einfluss auf die biologischen, geologischen und atmosphärischen Prozesse der Erde nimmt, geht es längst um alles oder nichts.

Noam Chomsky vertritt in seinem neuen Buch „Rebellion oder Untergang!“ die Ansicht, dass wir uns weltweit in Ungehorsam üben müssen, wollen wir die Zivilisation retten.

Ich bin nicht sicher, ob das die richtige Strategie ist. Ich denke eher nicht. Eher ist es die Fortsetzung des Alten. Wir werden die Schwierigkeiten nicht mit dem selben Denken auflösen, mit denen wir sie verursacht haben.

Wir müssen also – und das ist für mich definitiv ein ‚Müssen‘ – unser Denken erweitern, wollen wir der aktuellen Situation entkommen. Also überlegen wir uns ganz genau, wie wir das üblicherweise angehen würden.

Haben wir alles beisammen, packen wir es ordentlich in einen Karton und werfen den in den Müll. Solange wir uns nämlich nicht von unserem bisherigen Denken gelöst haben, wird es wahrscheinlich nur noch schlimmer, allenfalls stagniert es.

Solange betreiben wir uns nicht aus unseren Denkstrukturen gelöst haben, betreiben wir nur Symptom-Bekämpfung, aber keine Ursachenklärung. Die ist jedoch absolut notwendig.

Warum das so notwendig Ist? Ständig gegeneinander zu kämpfen ist exakt das Repertoire des alten Denkens. Ich weiß, es ist nicht so einfach dialogisch miteinander zu reden, zumindest nicht zu Beginn, wenn man es also nicht gewohnt ist, doch es ist unverzichtbar.

Daher sollten wir uns schleunigst darin üben.