Alte Weisheiten

Es gibt ein paar „Weisheiten“, die ich (wieder) ernst nehme. Sehr ernst sogar. Etwa den Satz „… darüber muss ich erst einmal schlafen.“ Ich weiß mittlerweile, dass sich unklare Gedanken perfekt ordnen, nicht, wenn ich darüber nachdenke, sondern wenn ich sie abends mit ins Bett nehme und „darüber schlafe“.

Am nächsten Morgen wache ich dann meist ein bisschen früher als normal auf und muss das schnell aufschreiben, bevor der Gedanke sich wieder verflüchtigt hat. Warum das besser ist als darüber nachzudenken, das sagt mir zum Beispiel Ch’an, denn dann denke ich durch NichtDenken. Manche könnten ja meinen, dass dieses Denken durch NichtDenken nur dann gut wäre, wenn ich etwa mit dem Motorrad unterwegs bin oder Geige spiele (was ich tatsächlich aber nicht kann). Jedenfalls gibt es viele Zustände, wo ich ganz selbstverständlich nicht bewusst denke, also nich nachdenke, aber unbewusst sehr wohl denke.

Warum versuchen viele Menschen nur so oft, ihre Probleme durch Nachdenken zu lösen, obwohl eigentlich bekannt ist, dass wir genau damit gute Einfälle und Ideen verhindern? Erfreulicherweise wird mittlerweile untersucht, wie ein Zugang zu diesem mentalen Zustand gefunden werden kann, ohne dabei etwas Extremes zu machen, wie etwa einen Rennwagen zu fahren.