Alles unter Kontrolle?

Sicher nicht! Das merkte ich gerade wieder einmal. Wir waren auf dem Weg zum Auto, ich wollte einen PCR Test machen, habe wahrscheinlich Corona erwischt. Und da es mit nicht sonderlich gut ging war meine Frau so nett, mich zu fahren.

Da wurde dann mal wieder deutlich, dass ich nichts unter Kontrolle habe, sondern aus den eingeübten Mustern funktioniere: ich steuerte ganz selbstverständlich wie gewohnt die Fahrerseite an, denn wir zu gemeinsam unterwegs sind, muss ich fahren – warum auch immer.

Jedenfalls machte mir das wieder einmal deutlich, dass das mit der willentlichen Kontrolle eine Mär ist. Die haben wir einfach nicht, wir handeln immer aus unseren einstudierten Mustern heraus.

Leider ist das nicht nur beim Sprechen so, sondern auch beim Denken – nur ist uns kaum bewusst, was wir wirklich denken, wir nehmen nur die Oberfläche wahr, die Gedanken, aber nicht das Denken als Solches.

Mich erinnert das immer an den Spruch ‚wie Hund und Katz‘, wenn sich zwei Menschen nicht verstehen. Es ist nämlich nicht wahr, dass die sich nicht leiden können, sie verstehen sich nur nicht, ganz andere Kommunikation.

Die aber kann man lerne, so wie der Hund und die Katze in unserer Familie, als ich klein war. Unzertrennliche Freunde. Da könnte die Katze den Hund bitten, nicht mit dem Schwanz zu wedeln, wenn er sich freut, für ist das ja ein Angriffssignal, oder sie lernt ganz einfach, seine Signale richtig zu kodieren und glaubt nicht, dass ihre Katzenlesart die einzig Richtige wäre.

Wäre schon schön, wenn wir Menschen auch mal so miteinander umgehen würden. Wir sind zwar alle Menschen, doch das bedeutet nicht, dass wir alle die identischen körperlichen Kommunikationssignale verwenden würden, vor allem bedeutet es nicht, dass wir die gleiche Denkform wie der andere hätten. Weit gefehlt.

Auch ein guter Grund, sich ernsthaft Gedanken über die Form zu machen und gerade nicht über den Inhalt. Denn dann bleibt man im Symptom stecken und klärt die Ursache nicht.