Achtsamkeit

Ich fand eine sehr interessante Geschichte dazu. Zwei Männer standen auf einer Autobahnbrücke und schaute dem Verkehr zu. Da sagte der eine zum anderen: „Lass uns abhauen!“ Nach einer gewissen Zeit des Schweigens antwortet der andere: „Da ist es genau so Scheiße!

Dies ist nicht witzig, birgt aber eine grundlegende Wahrheit. Doch es gab noch eine weitere Geschichte, von einem Mann, der sich für einen sehr interessanten Job interessierte. Als er in fast sicher hatte, wurde er von seinem Chef in Spe gefragt, ob er seine Angelegenheiten in Ordnung gebracht hätte.

Da er das verneinte, da die nicht zu klären seien, sagte sein Gegenüber, dass er das nachholen und sich dann wieder melden solle – und gab ihm seinen Vertrag.

Es war ganz offensichtlich ein weiser Chef der wusste, dass man nicht gut sein kann, wenn man seine Angelegenheiten nicht in Ordnung gebracht hat.

Es gibt nichts, was mir aus einer früheren Zeit anhaftet oder nachhängen kann, wenn ich im Jetzt emotional ruhig bin. Denn Anhaften und anhängen kann mir ja nur eine Emotion, die ich jetzt habe.

Bin ich ausgewogen und emotional still, bin ich mit mir selbst im Einklang wie eine Katze, die mit der Welt in Einklang ist und mir um die Füße streicht.

Emotionale Neutralität, das ist die Grundlage von Achtsamkeit. Jetzt weiß ich auch, weshalb im Ch’an nicht zu urteilen und nicht zu bewerten so wesentlich sind: Emotionale Neutralität.

Wenn ich mich an die Katzen erinnere, dann ist dieser Zustand ganz offensichtlich alles andere als langweilig, sondern sehr interessant. Es ist eben ein gewaltiger Irrtum zu denken, das Leben wäre nur in emotionaler Aufgeladenheit interessant.

Gewaltiger Irrtum.