Wissen, was ich nicht weiß

»42« ist die treffende Antwort auf die Frage „nach dem Leben, dem Universum und dem ganzen Rest“ aus dem Roman Per Anhalter durch die Galaxis von Douglas Adams.

Die Protagonisten des Romans können damit überhaupt nichts anfangen. Aber wollen wir Menschen nicht auch Antworten wissen, die es nicht geben kann, statt dass wir ergründen, was wir wissen können?

Die Philosophen der Antike haben erkannt, dass zu wissen, was man nicht weiß, nicht bedeutet, dass man gar nichts wüsste. Vielmehr muss man wissen wollen, was man wissen kann. Und genau da ist in den letzten hundert Jahren etwas Erstaunliches passiert, leider vielfach unbemerkt.

Was die Physiker im frühen 20. Jahrhundert über Materie herausfanden, hat unser Weltbild ordentlich auf den Kopf gestellt. Jedenfalls sollte es das. Denn das hat uns den Weg zu einem zwar vorhandenen, doch bisher nur wenigen bewussten Verständnis von der Welt eröffnet.

Es hat eine Weile gedauert, bis ich selbst das begriffen habe, obwohl ich immerhin 6 Semester Physik studiert hatte! Es war die Frage, wie man anderen die Gedanken des Chan näher bringen kann, die bei mir den Groschen fallen lies. Es war ein Artikel in dem stand, dass sich Buddhisten und Quantenphysiker glänzend verstanden. Und ich begriff, dass die moderne Physik genau das erkannt hat, was auch Buddhisten erkannt haben: Die Einheit des Seins.

Jetzt gilt es, die Fragen, die wir an das Leben haben, ausgehend von diesem Wissen neu zu formulieren und endgültig Abschied zu nehmen von einem reduzierten Verständnis von der Welt und uns selbst. Die Lösung der Schwierigkeiten, mit denen wir uns aktuell konfrontiert sehen, liegen nicht etwa in diesem erweiterten Verständnis von der Welt und damit von uns selbst, sondern in der anderen Art des Denkens, die damit einher geht.

Die Lösung liegt nicht in der endgültigen Lösung, sondern in der richtigen Lösungsstrategie und damit in dem stimmigen Denken aufgrund eines stimmigen Selbst- und Weltbildes. Diese Strategie, also das stimmige Denken, ist die Lösung!

Und je mehr ich gelesen und mir so meine Gedanken über das Leben, das Universum und den ganzen Rest gemacht habe, desto mehr sehe ich den Satz von Werner Heisenberg bestätigt, nämlich dass nur wenige wüssten, wie viel man wissen muss, um zu wissen, wie wenig man weiß.

Der alltägliche Trott

Und täglich grüßt das Murmeltier? Jeder Tag eine Wiederholung des Altbekannten? Das ist es für viele Menschen, bedauerlicherweise. Aber da muss man doch wieder raus kommen können, was tun können?! Kann man auch definitiv, geht relativ einfach. Warum aber machen das dann nur so wenige? 

Ganz einfach, es verlangt Mut, Selbstvertrauen, Unerschrockenheit, Neugierde, Entdeckergeist und eine ordentliche Portion Chuzpe dem angeblich Normalen gegenüber. Doch das alles fehlt so vielen. Weil sie lieber ein angepasstes Leben führen statt eines eigenen. Was natürlich ein Paradox ist, denn sie glauben ja ernsthaft, sie würden ihr eigenes Leben führen und merken einfach nicht, dass es tatsächlich ein vollkommen angepasstes ist. 

Und wenn man sie darauf hinweist, dann fahren sie regelrecht die Krallen aus, fühlen sich angegriffen und fangen an zu giften. Tragisch, wirklich tragisch. Aber wie heißt es in dem Gedicht von tausend und einer Nacht so treffend? Die Menschen schlafen einen tiefen Schlaf, erst in ihrer Todesstunde erwachen sie.

Warum das so ist? Es gibt ja die übliche Erklärung, Sie wissen schon, die Sache mit der Komfortzone. Aber wer will schon das bequeme Sofa verlassen und unter der mollig warmen Decke hervorkriechen? Keiner! Absolut keiner! Ganz, ganz falsches Bild! Knast, das wäre die treffende Beschreibung, aus dem sie rauskommen wollen sollten. Persönlicher Gedankenknast. Und nicht nur selbst eingerichtet, sondern sogar selbst geplant und gebaut! 

Weshalb ich mir da so sicher bin? Weil ich selbst genau dasselbe gedacht und leider auch erlebt habe. Immer und immer wieder, sehr, sehr lange. Bis mir freundlicherweise das Leben ein Bein gestellt hat und ich ordentlich auf die Nase geflogen bin. Ja, es ist so, ich habe dieses Gefängnis einfach nicht war genommen, derart konditioniert war ich. Ich selbst war es, der sich sein eigenes Gedanken-Gefängnis gebaut hat.

Zwar unbewusst, aber doch ganz und gar selbst. Für die eigenen Gedanken kann man nur wirklich niemand anderen verantwortlich machen. Obwohl, da  gehört ein „eigentlich“ hinein, denn viele meinen ja, dass das tatsächlich ginge. Es ist wirklich so, dass sie ganz viele lieber als Opfer der Umstände sehen, statt dass sie davon ausgehen, ihr Leben selbst gestalten zu können. Was für ein Irrsinn!

Und wenn Sie jetzt ein leises Grinsen im Gesicht haben oder zumindest nachdenklich die Stirn in Falten legen, dann sind Sie hier genau richtig! Dann sind Sie bereit, die Welt zu sehen, wie sie wirklich ist. Eben nicht statisch und klar definiert, sondern offen, ein Feld des Möglichen, doch keine Beliebigkeit.

Die Quantenphysik zeigt, dass wir Mitschöpfer der Wirklichkeit sind. Die Elementarteilchen der Materie erscheinen je nach Betrachtung mal als Teilchen und einmal als Welle in einem Feld des Möglichen. Bei genauem Hinsehen trifft das auch auf uns Menschen zu. Wir erleben uns zwar in Beziehung zueinander, doch das ist nur die erlebbare, die sichtbare Perspektive, „dahinter“ sind wir untrennbar Eins und erkennen uns im anderen wieder.

Wenn wir dazu bereit sind.