Restart


Nichts Neues beginnen wollen, sondern einfach schauen, was schon da ist, leider nur vergessen wurde.

Denn es gibt einen guten Grund, optimistisch zu sein:

Immer mehr Menschen erkennen, dass die Rede vom Kampf, beispielsweise gegen den Klimawandel, oder für die Rechte von etwas oder jemandem schon Teil des Problems ist: einem Denken in Abgrenzungen, im Modus des Gegeneinander, der Abtrennung und Gegenüberstellung. Mensch versus Natur und sogar auch Mensch gegen Mensch.

Es geht nicht nur um wichtige, sondern um fundamentale Fragen:

    • Ein anderes Verhältnis zur Natur
    • Ein Denken, das der Welt gerecht wird
    • Ein neues altes Verständnis von uns selbst

Ein Denken, das das Ganze im Blick hat und ich nur Aspekte davon!

Dieses Denken ist nicht wirklich neu, wir müssen uns nur wieder daran gewöhnen.

Selbsterkenntnis


Damit fängt es an, mit dem offenen Blick in den Spiegel. Dazu brauche ich gedankliche Propriozeption.

Der sechste Sinn oder die Propriozeption sagt mir, wo sich die Teile meines Körpers befinden, auch wenn ich nicht hinschaue. Hätte ich ihn nicht, könnte ich den Reisverschluß an meiner Jacke nicht zumachen, ohne hinzuschauen.

Der siebte Sinn geht darüber hinaus. Er macht mir bewusst, welcher Ideologie und welchem Weltbild ich folge, auch ohne dass ich darüber reflektiere.

So, wie man seinen sechsten Sinn, seine Propriozeption, trainieren kann, kann man auch seine „Propriozeption im Denken“ trainieren, indem man sie praktiziert. Nur dann kann ich mir meiner selbst wirklich bewusst sein.

Wirkliches Selbstbewusstsein – das ist das Kriterium des Lebens!

Worum es geht


Wie Krishnamurti denke ich, dass die Wahrheit ein pfadloses Land ist.

Der Mensch kann nicht zur Wahrheit geführt werden, weder durch ein Ritual und auch nicht durch philosophisches Wissen noch kann er durch eine psychologische Technik zu ihr gelangen.

Wir sind aufgerufen, sie im Spiegel unserer Beziehungen selbst zu erkennen, durch das Verständnis der eigenen Geistesinhalte, durch Beobachtung und nicht durch intellektuelle Analyse oder durch zergliedernde Innenschau.

Wir wissen heute sehr, sehr viel, von der Quantenphysik über die Wissenssoziologie bis hin zur Neurologie. Doch dieses Wissen wird erst dann verfügbares Wissen, wenn wir es in der inneren Einsicht verifiziert haben und wenn wir es auch konkret anwenden, heißt, wenn wir es auch konsequent validieren.

Wir müssen uns endlich aus dem Gefängnis unserer Gedanken, Vorstellungen, Annahmen und Meinungen lösen. Das hat sehr viel mit der Neuroplastizität des Gehirns zu tun. Entweder, es wird „von außen“ gestaltet und wir fühlen uns als Opfer der Umstände oder wir gestalten bewusst, wie und was wir denken.

Nur so können wir wirklich leben.

Peter’s Traum


Träume sind ein Vorgriff auf das, wie es sein könnte.
Und was man tun müsste, damit genau das möglich wird.

Mein Traum und vielleicht auch der des einen oder anderen ist, dass wir alle die Welt und uns selbst so sehen und auch so handeln, als wären wir das ‚in sich differenzierte Eine‘; als wären wir ein einziger Körper (oder ein Organ, wenn man es kosmisch sieht) und jeder Mensch darin einem bestimmten Bereich (Beziehung, Kommune, Region, Land) mit einem bestimmten Beruf zugehörig wäre, dabei aber immer dem Ganzen verpflichtet.

Denn genau das sind wir, ob es uns bewusst ist oder nicht.

Das ist der metaphysische Blick auf unser Menschsein, der auch wissenschaftlich immer grundlegender bestätigt wird. Metaphysik und Wissenschaft treffen sich nach einer langen Zeit der Trennung wieder. Und das lässt mich optimistisch denken.

Worauf es ankommt


Kürzlich habe ich einen sehr interessanten Artikel gelesen, der der Frage nachging, wie man Fleisch idealerweise brät. Darin stand eine gute Geschichte:

Ein Koch briet sein Fleisch, als ein Gast kam und ihn fragte, wie lange er das Fleisch denn braten würde. Die Antwort war: „Bis es 65° hat.“ „Nein“, antwortete der Gast, „ich wollte nur wissen, wie lange Sie es in der Pfanne lassen!“ Die Antwort war: „Bis es 65° hat.“

Es geht um die Wirklichkeit, und nicht um das, was ich dafür halte. Und noch etwas Schönes stand in dem Artikel; ein Zitat von Kant, nämlich dass nicht die jeweilige Philosophie wichtig sei, sondern allein die Fähigkeit zu philosophieren.

Nicht anders ist es beim Motorradfahren. Oder beim Kochen. Oder im Gespräch. Es sind immer die selben Regeln.