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Umdenken

Die Welt ist nicht so, wie ich sie mir bisher vorgestellt habe und auch nicht so, wie ich sie wahrnehme. Das sagt mir die moderne Physik. Doch was bedeutet das für mich?

Lebe ich etwa in einer Matrix wie in dem Film von Andy und Larry Wachowski? Die moderne Physik lässt es mich fast glauben. Raum und Zeit sind relativ. Die Struktur der Atome, den vermeintlichen Grundbausteinen der Welt, hängt ganz entscheidend von der Art ab, wie sie beobachtet werden. Ohne Beobachtung gibt es keine atomare Struktur.

Die Welt erscheint in meinem (?) Bewusstsein entsprechend der Struktur dieses Bewusstseins und nicht, weil sie eben so wäre. Im Bewusstsein wird diese eine Welt in einzelne Objekte zerlegt, und diese erscheinen räumlich geordnet in einem in sich geschlossenen Bild.

Welchen Sinn hat es, sich mit der grundlegenden Struktur des Lebens zu beschäftigen, so wie es etwa Zen-Menschen und Mystiker tun oder auch Quantenphysiker, die sich mit den existenziellen Fragen ihrer Zunft befassen, wenn ich das nicht einmal wahrnehmen kann?

Die Antwort liegt in uns Menschen selbst. Anders als ein Tier, ein Vogel oder eine Pflanze ‚sind‘ wir nicht einfach, sondern wir wollen die Welt und auch uns selbst verstehen. Diese Wissbegierigkeit hat uns einerseits beeindruckende technische Fortschritte gebracht, andererseits hat es uns an unsere Grenzen gebracht. Wir sind dabei, die Grundlage unserer Existenz zu zerstören.

Doch wie kommen wir da raus? Einstein hat den ziehführenden Satz geprägt, als er feststellte, dass man mit der selben Theorie, mit der man sich in eine schwierige Situation hineinmanövriert hat, nicht wieder heraus kommen kann. Man muss seinen Fehler erkennen, um ihn nicht wieder und wieder zu wiederholen.

Doch welchen Fehler hat die Menschheit gemacht, dessen sie sich nicht bewusst ist? Die Schwierigkeit liegt wohl darin, dass wir unsere Technik mit Hilfe eines Weltbildes aufgebaut haben, das zwar für die mechanische Sichtweise stimmig ist, aber nicht für das Leben an sich. Das ist das Problem.

Obwohl, eigentlich muss es das überhaupt nicht sein, denn die Lösung dieses Dilemmas ist mittlerweile auch wissenschaftlich bekannt. Vor über 100 Jahren haben die Quantenphysiker entdeckt, dass die Welt ganz anderen Regeln folgt, als wir bisher dachten. Vielen Menschen scheint es jedoch noch Schwierigkeiten zu machen, ihre Sicht auf die Welt zu ändern (und damit auf sich selbst).

Seit ich mir bewusst bin, dass sich erst einmal überhaupt nichts für mich ändert, wenn ich mich mit anderen Augen sehe, seither fällt es mir zunehmend leichter, mich auf dieses Denken einzulassen. Es beinhaltet für mich auch insofern eine Umkehr im Denken, als nicht wie bisher Philosophie und Wissenschaft getrennte Wege gehen, sondern einen gemeinsamen gefunden haben, mit einem Ziel:

Was ist wirklich wirklich und was glaube ich nur, dass es wirklich wäre?