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Der siebte Sinn

Jeder Mensch hat einen sechsten Sinn, doch nur wenige sind sich seiner bewusst. Und noch weniger sind sich ihres „siebten Sinns“ bewusst.

Der sechste Sinn sagt mir, wo sich die Teile meines Körpers befinden, auch wenn ich nicht hinschaue. Hätte ich ihn nicht, könnte ich den Reisverschluss an meiner Jacke nicht zumachen, ohne hinzuschauen.

Der siebte Sinn macht mir bewusst, welcher Ideologie und welchem Weltbild ich gerade folge, auch ohne dass ich darüber reflektiere. Das Gute ist, dass man sich beider Sinne bewusst werden und sie trainieren kann.

So, wie man seinen sechsten Sinn, seine Propriozeption, trainieren kann, kann man auch seine „Propriozeption im Denken“ trainieren.

Beide Sinne kann man nicht üben und auch nicht trainieren, andererseits kann man sich ihrer immer besser bewusst sein. Je öfter ich mir meines Denkens bewusst bin, desto ausgeprägter wird dieser Sinn.

All das setzt erst einmal voraus, dass ich mir überhaupt bewusst bin, worauf ich mich beziehe, denn das bedingt alles, was ich weiter denken werde.

Carl Gustav Jung hat für mein Empfinden die Lösung in einem Satz ausgedrückt: ‚Die entscheidende Frage für den Menschen ist: Bist du auf Unendliches bezogen oder nicht? Das ist das Kriterium des Lebens!