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Weg des Geistes

Denken und handeln

Wir sind ja sehr stolz darauf, bewusst und willentlich zu handeln. Doch ‚bewusst‘ und ‚willentlich‘ ist nur ein Gefühl, keine Wirklichkeit, jedenfalls nicht das, was wir üblicherweise darunter verstehen.

Man merkt das bei besonders herausfordernden Tätigkeiten. Wenn ich etwa beim Motorradfahren das Nachdenken oder das ‚bewusste‘ Handeln anfange, geht es garantiert schief. Natürlich macht es Sinn, Dinge zu reflektieren und über sie nachzudenken, doch bewusst und willentlich? Dieser Text etwa tauchte gestern Abend auf. Dann ging ich schlafen und heute früh war er da.

Das Problem mit ‚Denken und Handeln‘ ist nicht unbedingt das, was wir denken und tun, sondern die nicht stimmige Sprache. Nicht ohne Grund sprechen die Zen-Menschen daher von ‚Denken durch Nicht-Denken‘ und ‚Handeln durch Nicht-Handeln‘. ‚Bewusst‘ und ‚willentlich‘ ist, so denke ich jedenfalls, sind nur ein Relikt aus dem Versuch, dieses ominöse ‚Ich‘ am Leben und die Illusion der Trennung aufrecht zu erhalten.

Und genau so, wie Elementarteilchen viele Möglichkeiten der Weiterentwicklung haben, flimmern auch in unserem Denken in nicht zielgerichteten, entspannten Momenten eine Vielzahl von Alternativen auf. Zu denken heißt ja nicht, dass man sich dessen auch bewusst wäre! Diese durch das Gehirn wabernden Assoziationen wahrzunehmen und zu vertiefen ist das andere. Also mehr Sciencefiction, mehr meditatives Verhalten beziehungsweise Denken und mehr Kontemplation. Das sind die idealen ‚Anweisungen‘ für unser Denken.

Wir sollten dabei nie vergessen, dass sich der Zustand meiner Psyche genau dadurch ändert, dass ich ihn mir bewusst mache!