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Wie ich es sehe

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Was (noch) andauert

Die Lieder meiner Jugend und die Texte meines Alters.

Immer wieder holen mich die Lieder meiner Jugend regelrecht ein, die Musik von Joan Baez, Bob Dylan, Leonard Cohen, Rod Stewart oder die der Gruppen wie Santana, Pink Floyd, Queen, Deep Purple, Rolling Stones, Simon & Garfunkel und wie sie alle heißen. Sie sind eine Art Kontrastprogramm zu Bach´s Toccata und Fuge in D Moll, ganz anders, und doch sie sprechen das Selbe in mir an.

Bach, das ist für mich die vollendete Musik des Absoluten, unbeschreiblich, fantastisch, berührend und ergreifend, nicht in Worte zu fassen. Aber die Lieder der 60er und 70er sprechen mich auch an, wenn auch auf eine ganz andere Weise. Es ist nicht nur eine Beschreibung dessen, was ist und was die Musiker empfanden, es ist weit mehr, es ist ein Aufschrei, ein Hoffen, ein Ausdruck der Sehnsucht nach dem, was eigentlich notwendig wäre und letztlich nach dem, was für mich Bach´s Musik ausdrückt.

Und diese Musik hilft mir nicht zu vergessen, worum es in meinem Leben geht, so wie die Musik von Giora Feidman, die mich auf meinem Weg aus dem Dunstkreis der nationalsozialstischen Ideologie meiner Eltern und Großeltern begleitet und auch herausgeholfen hat. Musik war und ist für mich ein Ausdruck dessen, was mich im Innersten bewegt.

Weil ich aber kein Instrument spielen und auch nicht gut singen kann, rede und schreibe ich eben. Wobei das schon manchmal schwierig ist, jedenfalls mir scheint es so. Jemandem zu widersprechen ist einfach, doch bei Musik ist das schon sehr schwierig. Da hört man „nur“ nicht hin, interessiert sich für was anderes, aber man ist nicht „in“ der Musik, so wie man sich oft im Gespräch wähnt, es aber tatsächlich doch nicht ist.

Und weil schon viel erreicht wurde, aber auch sehr viel noch nicht, darum halte ich es für notwendig, erst einmal überhaupt zu verstehen, bis also der Sprechende oder Schreibende sagt „ja, jetzt hast du mich verstanden“, bevor man seine eigene Meinung darlegt und in das Gespräch einsteigt, natürlich idealerweise in einen Dialog.

Man muss das Unmögliche anstreben, um das Mögliche erreichen zu können.